Der Hintergrund der Faszination

Der ACO suchte stets ein Reglement, dass ihm die faszinierendsten Sport- und Rennwagen am Start beschert. Von 1995 an, vor allem aber ab den Jahren 1998 mit dem „75. Geburtstag“ der 24 Stunden von Le Mans bricht eine erneute Fan-Leidenschaft für den Klassiker an der Sarthe aus. Der McLaren F1 und die Dodge Viper, der Porsche GT1, aber auch viele andere Sportwagenmodelle, die man montags nach dem Rennen kaufen kann, belebten die Idee von Le Mans neu. Eine Reglements-Lücke schafft erneut aus den straßenzugelassenen Supersportwagen reine GT1-Prototypen, wie man sie eigentlich nicht will – die aber dann ab 2000 in LMP1 umbenannt, die Motorsportherzen höher schlagen lassen, und willkommen sind. So erlebt man 1998 zum 75ten einen Höhepunkt, mit mehr als zehn großen Marken am Start und einem erlesenen Fahrerfeld. Das Duell Mercedes gegen Toyota wird 1998 von Porsche und 1999 von BMW gewonnen. Nach 1999 bleibt Audi und siegt Jahr um Jahr – auch gegen die lauten Panoz Esperante. Die Pescarolo LMP1 kämpfen wie die Löwen um Audi die Siege zu nehmen, Bentley siegt 2003, aber Audi gewinnt zwischen 2000 und 2014 fast ununterbrochen – nur Peugeot unterbricht den Siegeslauf 2009. Darunter wird eine GT-Klasse etabliert, die zunächst GT2, GT und dann GTE heißt. Sie wird mindestens so sehr gefeiert wie die Topklasse. Die Duelle der Ferrari 550 gegen die Corvette C5, der Aston Martin DB9 gegen die Corvette C6 – das sind atemberaubende Schlachten über 24 Stunden – teils Rad an Rad. Die Porsche 911 RSR und Ferrari 458 und 488 spielen natürlich mit - und wie. Mit den Ford GT endet 2019 die GTE Serie – die 50 Jahre nach dem sagenumwobenen Sieg 1966, erstmals wieder ganz oben im GT Sport mitfechten. 

'Mulsanne Warrior'

#0325 Le Mans 24H 1998

Orecas unschlagbares Chrysler Viper Team erzielte drei aufeinanderfolgende GT2/GTS Klassensiege in Le Mans von 1998 bis ins Jahr 2000. Hier sieht man Justin Bell auf dem Weg zum ersten dieser Siege auf seinem amerikanischen “Muscle Car” mit dem gigantischen 8 Liter Motor beim Anbremsen zur Mulsanne-Kurve.

'The TVR Highlight'

#0392 Le Mans 2004

Mutige britische Privatiers treffen auf übermächtige amerikanische Werkspiloten in Le Mans 2004. Keiner der von Team Chamberlain-Synergy eingesetzten TVR Tuscan 400Rs war zu irgendeiner Zeit im Stande die Werks-Corvettes herauszufordern. Trotzalledem, während die C5-R von Gavin/Beretta/Magnussen den GTS Klassensieg mit elf Runden Vorsprung einheimsten, sahen die beiden TVRs die Zielflagge – was selbst bereits einen Triumph in Le Mans darstellt.

Weitere Highlights

1995 und 1996 sind es die Dodge Viper und der McLaren F1, die das neue Reglement des ACO perfekt interpretieren. Chevrolet und Ferrari werden auf die Verkaufszahlen der Viper und des McLaren F1 aufmerksam und bringen mit der Corvette C4R und dem Ferrari 550 die richtigen Antworten. Die GT-Klasse bekommt ihre Höhepunkte in den 2005er Jahren, als Aston Martin mit dem schönen wie schnellen DBR9 zum Duell Italien-Amerika hinzustößt. Natürlich sind die 993 und 996-Baureihen von Porsche auch immer Salz in der GT-Suppe. Exoten wie die Saleen, der Spyker oder die TVR bringen zusätzliche Faszination in die GT-Kategorie.

Porsche

Aus keinem weltweiten Event erhält die Zuffenhausener Marke so viel Publicity, wie aus den 24 Stunden von Le Mans. Phasenweise sind in den 90er Jahren mehr Porsche als andere Rennwagen am Start. Der 911 ist seit den 60er Jahren überhaupt nicht aus dem Feld der rennwagen wegzudenken. Oft rettet er die Show des ACO mit seinen vielen Privatteams. Alle Baureihen des 911 treten in Le Mans an - alle mit Erfolg. Die Dauerbelastbarkeit und der Speed der 911 geht der Konkurrenz in vielen Jahren "mächtig auf den Senkel". Rennfahrerlegenden fahren den 911, Schauspieler und große Gentlemandriver setzen auf seine Zuverlässigkeit.

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